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Die Musikschule Schladming feiert heuer ihr 40-jähriges Bestehen und ehrt dabei den bekanntesten Komponisten der Region.


Kleine Zeitung, 06. November 2018 - Veronika Höflehner


Der Sport hat in Schladming eine wichtige Rolle inne, heuer gibt es auch auf dem Musiksektor etwas zu feiern: Vor 40 Jahren bekam die Stadt ihre eigene Musikschule. „Bis dorthin war Schladming nur eine Zweigstelle der Musikschule Gröbming. Vor allem die Blasmusikkapellen haben sich für einen eigenen Standort stark gemacht, damit es wieder mehr Nachwuchs gibt“, erinnert sich Günter Ringdorfer, Musikschuldirektor von Bad Aussee und 36 Jahre lang Lehrer für Blechblasinstrumente in Schladming.

Begonnen wurde mit der Musikerziehung 1978 im Gebäude in der Pfarrgasse, seit rund 13 Jahren „bespielt“ man den Trakt zwischen Volksschule und NMS 1. Im heurigen Schuljahr haben 375 Kinder und Jugendliche ihre oft ersten Berührungspunkte mit der weiten Welt der Musik. Die Arbeit mit den Kleinsten ist dem Direktor der Musikschule, Horst Krammer, dabei sehr wichtig: „Als ich 2013 begonnen habe, hatten wir sieben Kinder in der musikalischen Früherziehung, jetzt sind es 70. Jeder soll bei uns die Möglichkeit haben, Musik zu erfahren.“

Gerade zwischen Kindergarten und Mittelschule finden viele Kinder der Großgemeinde ihren Weg in die Tutterstraße. „Weil wir keine höheren Schulen vor Ort haben, fehlt uns aber leider das Altersspektrum ab 15 Jahren“, merkt Krammer an. Es sei nicht immer einfach, in Schladming langfristig Kinder an die Musik zu binden, weiß der Musikschuldirektor, „wir bearbeiten hier schon oft harten Boden, vor allem was klassische Musik angeht.“

Vor vier Jahren brachte er deswegen das internationale Orchestercamp „Camp Styria“ nach Schladming, bei dem Jugendliche aus der ganzen Welt gemeinsam mit professionellen Musikern musizieren. Raum für Volksmusik und Blasmusik gibt es vor allem durch den Tourismus aber sehr wohl, „die Musikkapellen der Gemeinde sind sooft wie kaum irgendwo engagiert“. Krammer freut sich auch über die Handvoll Erwachsene, die sich in Sachen Musik noch etwas beibringen lassen möchte: Die älteste Musikschülerin etwa ist 66 Jahre alt und lernt Blockflöte.

Namensgeber für die Schladminger Musikschule ist der bekannteste Musiker der Stadt, der Komponist Ernst Ludwig Uray. Passenderweise jährt sich auch sein Todestag heuer zum 30. Mal. Der Sohn eines Richters wurde 1906 in jenem Haus am Hauptplatz geboren, in dem das Bezirksgericht untergebracht ist. Uray hinterließ ein umfangreiches musikalisches Schaffen, unter anderem über 60 Lieder, Klavier- und Kammermusik, sowie Orchester- und Chorwerke, Messen und Filmmusik.

Auch die Schüler kommen tagtäglich – wenn vielleicht auch nicht wissentlich – mit dem Komponisten in Berührung, wie Krammer erzählt: „Zwei seiner Bösendorfer-Flügel wurden uns von den Nachfahren als Dauerleihgabe überlassen.“ Im Stadtmuseum entsteht zudem gerade einem Notenarchiv aller Werke Ernst Ludwig Urays. Ganz im Zeichen des Schladmingers steht auch das Jubiläumskonzert der Musikschule, das ausschließlich mit seinen Werken bestritten wird.

 

Dieser Bösendorfer-Flügel – flankiert von Horst Krammer (links) und Günter Ringdorfer - aus dem Jahr 1907 gehörte dem Schladminger Komponisten Ernst Ludwig Uray Foto © Veronika Höflehner